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Kognitive Stile und Lösungsstrategien in Arithmetik (CSARITH)

Projektleiterin:Univ.-Prof. Dipl.-Psych. Dr. Anja Ischebeck

Dieses Projekt hat das Ziel den Einfluss des kognitiven Stiles (Verbaler/Visueller Typ) auf das Problemlöseverhalten zu untersuchen. Komplexe Probleme können meist auf mehr als nur eine Art und Weise gelöst werden. Da Menschen jedoch starke individuelle Unterschiede hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Gewohnheiten und Vorlieben aufweisen, müssen Anstrengungen komplexe Probleme effizienter zu lösen die Eigenheiten eines Individuums berücksichtigen. Obwohl in den letzten zehn Jahren unser Wissen über die Funktion des menschlichen Gehirn stark gewachsen ist, hat sich die Forschung bislang meist mit den Gemeinsamkeiten aller Menschen beschäftigt und sehr viel weniger mit den Ursachen und Folgen individueller Unterschiede. Wir schlagen mit diesem Projekt eine Serie an Experimenten mit bildgebenden Verfahren (fMRI/EEG) vor, um die neuronalen Grundlagen unterschiedlicher kognitiver Stile und Lösungsstrategien zu erhellen.

Arithmetik ist ideal für Untersuchungen komplexen Problemlöseverhaltens, da hier systematisch eine Vielzahl relativ homogener Probleme mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad konstruiert werden kann. Arithmetische Probleme können meist auf mehr als nur einem Weg gelöst werden. Zum Beispiel kann 37 x 9 in seine Teilaufgaben 30 x 9 und 7 x 9 zerlegt werden, deren Ergebnisse dann addiert werden. Alternativ kann man eine '0' an die 37 anhängen (Multiplikation mit 10) und 37 abziehen, um zum richtigen Ergebnis zu gelangen. Gebildete Erwachsene sind sich oft beider Möglichkeiten bewusst, aber unterscheiden sich darin, welche der Strategien sie gewohnheitsmäßig anwenden. Menschen unterscheiden sich außerdem darin, ob sie beim Lösen komplexer Probleme lieber verbale oder visuelle Denkwege gehen. Wenn zum Beispiel zwei gesprochene Zahlen im Kopf addiert werden sollen, stellen sich manche Menschen dabei die Zahlen wie auf einem Blatt Papier geschrieben vor (Visualisierer), während andere angeben (Verbalisierer), das Problem verbal zu lösen und sich nichts visuell dabei vorstellen.

Mit diesem Projekt verfolgen wir im Wesentlichen zwei Ziele: Erstens soll geklärt werden, auf welche Hirnareale sich individuelle Unterschiede hinsichtlich kognitiver Stile beim Lösen komplexer arithmetischer Aufgaben auswirken. Zweitens, soll der Zusammenhang zwischen kognitivem Stil und den an Zahlenverarbeitung beteiligten Hirnarealen untersucht werden um besser zu verstehen, wie kognitive Stile sich auf die Präferenz bestimmter Lösungsstrategien auswirken. Des Weiteren hoffen wir, mit der Untersuchung des Einflusses individueller Unterschiede auf die Hirnaktivierung die angenommene Spezifizität der an Zahlenverarbeitung beteiligten Hirnareale überprüfen zu können. Es ist zum Beispiel völlig unklar, ob ein Areal wie der linke Gyrus angularis, von dem eine Affinität zum Sprachsystem angenommen wird, systematische Aktivierungsunterschiede zeigt, abhängig vom Grad der Beanspruchung des verbalen Systems durch bestimmte Lösungsstrategien oder einen verbalen kognitiven Stil. Falls keine Modulation beobachtet werden kann, kann daraus gefolgert werden, dass die zahlenverarbeitenden Areale weniger modalitätsspezifisch sind, als bisher angenommen.

Projektleiterin

Univ.-Prof. Dipl.-Psych. Dr.

Anja Ischebeck

Universitätsplatz 2/III
8010 Graz

Telefon:+43 (0)316 380 - 5118
Fax:+43 (0)316 380 - 9806

Finanzierung

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