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EVES

Evaluierungssystem zur Optimierung von Evakuierungsszenarien und Interventionsstrategien von Einsatzkräften

In großen Infrastrukturen wie Bürokomplexen, Verwaltungsgebäuden, Verkehrsinfrastrukturen, Einkaufs- oder Tagungszentren bestehen oft grundsätzlich Orientierungsprobleme die durch Stress in Krisensituationen wesentlich verstärkt werden. In großen Infrastrukturen ist es vorgeschrieben ein Brandschutz- und Evakuierungskonzept vorzulegen und durch jährliche Evakuierungsübungen zu überprüfen. Empirische Auswertungen dieser Übungen bieten meist kein detailliertes Bild über das Verhalten der unterschiedlichen Personengruppen. Sozialpsychologische Verhaltensmuster beeinflussen die individuelle Situation (Emotion, Stress, etc.) und damit die Wahrnehmungsfähigkeit. Statische Sicherheitsleitsysteme bieten für unterschiedliche Evakuierungs- bzw. Krisenszenarien oftmals keine ausreichende Lenkungsunterstützung. Ein steuerbares, an unterschiedliche Situationen dynamisches anpassbares Sicherheitsleitsystem bietet hier entscheidende Vorteile. Wesentlich sind dabei die Gestaltung und die Platzierung von solchen Leitelementen, damit diese im Anlassfall auch wahrgenommen und befolgt werden. Ein positiver Nebeneffekt könnte auch sein, dass solche dynamischen Elemente nicht nur in Krisensituationen, sondern für den alltäglichen Betrieb zur Informationsweitergabe genutzt werden können (Wegweiser für Indoor-Navigation von Gästen, etc.). Leitsysteme können hierbei fix installierte als auch mobile bzw. am Körper tragbare Lösungen (wearable devices) sein.

In diesem Projekt werden die unterschiedlichen involvierten Personengruppen in ihrem Verhalten simuliert und in Krisensituationen analysiert und daraus abgeleitet die Einsatzszenarien und Evakuierungspläne optimiert bzw. die technische Infrastruktur (z.B. aktuelle Notleitsysteme und Leitelemente, mobile Informationssysteme, etc.) auf ihre Wirksamkeit hin evaluiert werden. Weiters werden objektivierbare Analyseverfahren ermöglicht, die eine Bewertung von auftretenden Stressfaktoren erlauben und eine Extrapolation auf Stressfaktoren in realen, lebensbedrohlichen Situationen ermöglichen. Für den szenarienorientierten Evakuierungseinsatz ist insbesondere das Vorwissen um bestehende Fluchtwege sowie die Wahrnehmung der Gestaltungselemente von zentraler Relevanz. Das Potential und die konkrete Effizienz von geeigneten Gestaltungselementen zur Bildung des Vorwissens durch akzidentelle Registrierung im Alltag werden in einer umfassenden wahrnehmungspsychologischen Studie untersucht. Es werden modernste "wearable interfaces" mit State-of-the-Art Eyetracking Brillen und tragbarer Biosignalerfassung eingesetzt, um die Memorierfähigkeit von Gestaltungselementen im Alltag abzuleiten.

Zusätzlich werden aus Datenkorrelationen Rückschlüsse zur Signalwahrnehmung insbesondere in Stresssituationen extrahiert. Es ist nicht möglich die Vielzahl von Evakuierungsszenarien in großen Gebäuden mit unterschiedlicher Ausstattung und Platzierung real durchzuspielen. Daher wird die Platzierung von Leitsystemelementen durch eine Fußgängersimulation evaluiert werden. Eine bestehende mikroskopische Simulation wird dazu um die Informationsaufnahme erweitert. Die Erkenntnisse der Informationsaufnahme in den Testszenarien fließen dabei in die Modellentwicklung ein. Dadurch wird es möglich unterschiedliche Platzierungen der Leitelemente aber auch unterschiedliche Szenarien (Positionen der Krisenherde, etc.) durch Simulation zu evaluieren. Ergebnisse sind die optimale Platzierung von Leitelementen, eine Kapazitätsanalyse der geplanten Fluchtwege, die Identifikation kritischer Stellen, sowie die Evakuierungsdauer. Mit EVES wird es möglich sein die verschiedenen technischen Lösungsansätze sowie unterschiedlichen Evakuierungsszenarien effizient und objektiv zu evaluieren, Trainings- und Schulungsmaßnahmen zu unterstützen und damit ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.

 

Projektleitung:

DI Helmut Schrom-Feiertag, AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Projektpartner:

  • JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
  • IFR Ing. Richard Feischl
  • Karl-Franzens Universität Graz, Institut für Psychologie
  • DI Richard Huber Ges.m.b.H.
  • CITYPARK GmbH
  • Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport
  • Freiwillige Feuerwehr Gumpoldskirchen

Kooperationspartner:

  • Bezirksfeuerwehrkommando Mödling
  • Abteilung Katastrophenschutz und Feuerwehr d. Stadt Graz
  • Rotes Kreuz Bezirkskommando Mödling

Sekretariat

Mag. Dipl.-Ing.

Dagmar Schmelzer

Institut für Psychologie
Telefon:+43 316 380 - 8549

Sozialpsychologie & AO: Mo,Mi,Do: 10:00-12:00, Di 14:00-16:00

Sprechstundenzeiten

Univ.-Prof. MMag. Dr. Bettina Kubicek

Montag 13:30 - 15:00

Anmeldung erforderlich bei Frau Mag. Schmelzer

Aufgrund der derzeitigen Situation können auch Termine zu den Sprechstundenzeiten via Skype mit dem Sekretariat vereinbart werden.

 

Ao.Univ.-Prof. Dr. Paul Jiménez

Dienstag 11:00 - 12:30 Uhr

Zusatzinfo

 

Univ.-Prof. i.R. DDr. K. Wolfgang Kallus

Sprechstunden auf Anfrage

Anmeldung erforderlich bei Frau Mag. Schmelzer

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