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Individuelle und soziale Einflussfaktoren auf Berufs- und Bildungsentscheidungen im Jugendalter

30.01.2018 18:00 - 20:00
Vortrag von Univ.-Doz. Mag. Dr. Herbert Schwetz und Mag. Julia Niederfriniger (Pädagogische Hochschule Niederösterreich).

Berufs- und Bildungsentscheidungen stellen eine zentrale Entwicklungsaufgabe im Kindes- und Jugendalter dar. Bereits im frühen Kindesalter werden in der Familie Lernerfahrungen gesammelt und zunehmend eigene Erfahrungen im schulischen und außerschulischen Bereich gemacht. Vorstellungen über Berufe entwickeln sich dabei in der Auseinandersetzung mit sich selbst und dem sozialen Umfeld. Dabei kommt neben der Familie und Peers auch der Schule eine entscheidende Rolle zu. Erkenntnisse über individuelle und soziale Einflussfaktoren auf Berufs- oder Bildungsentscheidungen sind entscheidend für das Verständnis über die zugrundeliegenden Prozesse und dem Verständnis über die Bedeutsamkeit von Lernerfahrungen. Es stellt sich die Frage, ob diese Lernerfahrungen eher durch formelle oder informelle Inputs gesteuert sind.

Das österreichische Bildungssystem weist, beginnend in der vorschulischen Phase bis hin zum Eintritt in die Erwerbstätigkeit bzw. in die Hochschulen, eine Vielfalt von Übergängen auf. Die Gefahr einer Fehlentscheidung und verpassten Chancen erhöht sich in einem Bildungssystem mit zahlreichen Verzweigungen (Ditton, 2016, S. 69). Einer dieser Übergänge stellt der Übertritt von der Neuen Mittelschule in eine weiterführende Schule oder in die Polytechnische Schule/Lehre dar. Im Lauf der 4. Klasse der Neuen Mittelschule müssen Schülerinnen und Schüler eine Schul- oder Berufsentscheidung treffen.

 

Der schulische Berufsorientierungsunterricht, welcher seit Einführung der Neuen Mittelschule 2012 als verpflichtende Übung im Stundenplan fest verankert ist, soll die Jugendlichen in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen. Dieser verfolgt einen stark personenzentrierten Ansatz, was bedeutet, dass die Schülerin/der Schüler selbst als zentraler Faktor für die Entscheidungsfindung angesehen wird. Im Fokus stehen hierbei die Interessen und Begabungen der Schülerin/des Schülers.

 

Aus feldtheoretischer Perspektive wird jedoch davon ausgegangen, dass nicht nur die Person selbst Entscheidungsprozesse steuert. Familie, Nachbarschaften, Vereine, Schulklassen, Schulen etc. können nach Auffassung der Feldtheorie (n. Lohr, einem Übersetzer und Herausgeber von Lewins Werk „Feldtheorie in den Sozialwissenschaften“ 1963, S. 31) als Lebens- und Erfahrungsräume aufgefasst werden, die das Verhalten einer handelnden Person beeinflussen. Die feldtheoretische Formel lautet wie folgt: V = f (P, U). Dies bedeutet, dass das Verhalten einer Person (= V) eine Funktion (f) von Person (P) und Umwelt (U) darstellt. Es ist also davon auszugehen, dass Entscheidungsprozesse viel komplexer sind, als bisher gedacht.

 

Bis jetzt liegen für die Entscheidungsmechanismen der Jugendlichen an dieser Schnittstelle gemäß der feldtheoretischen Perspektive nur wenige aussagekräftige und längsschnittliche Studien vor. Ziel der präsentierten Untersuchungen war es, die Zukunftsentscheidung und deren Einflussfaktoren im Sinne der Feldtheorie näher zu beleuchten.

Es wurden Jugendliche in vierten Klassen von ländlichen Neuen Mittelschulen im Bundesland Niederösterreich und der Steiermark im Herbst 2016 und Frühjahr 2017 zum Stand der Zukunftsentscheidung an der Nahtstelle von Neuer Mittelschule und Polytechnischer Schule/Lehre einerseits und weiterführender Schule andererseits befragt. Ferner wurde mit ausgewählten Schülerinnen und Schülern ein Interview durchgeführt um die Prozesse rund um die Zukunftsentscheidung näher zu beleuchten. Um die Umsetzung des Berufsorientierungsunterrichtes zu erfassen, wurden die Berufsorientierungskoordinatorinnen und –koordinatoren der ausgewählten Schulen befragt. Diese unterschiedlichen Perspektiven sollen Aufschluss darüber geben, wie die Zukunftsentscheidung zustande kommt und inwieweit diese durch formelles Lernen steuerbar ist.

 

 

VeranstalterIn:
Steirische Gesellschaft für Psychologie
HS 02.21 - Universitätsplatz 2 (Psychologisches Institut, 2. Obergeschoss), 8010 Graz

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