Bei dem internationalen SCORE-Projekt wurde die Reproduzierbarkeit psychologischer und sozialwissenschaftlicher Studien über ein Jahrzehnt untersucht. Mit dabei waren auch zwei PostDocs des Instituts für Psychologie, Živa Korda und Hilmar Brohmer.
Zusammen mit 500 Forscher:innen aus aller Welt re-analyisierten Korda und Brohmer mehrere Originalstudien aus den Jahren 2009 bis 2018 – insgesamt waren es 100 Stück. Ausgestattet mit zentralen Schlussfolgerungen aus diesen Studien, werteten sie deren Daten neu aus – und kamen nicht selten zu neuen Schlussfolgerungen: in 34% der Fälle waren die Ergebnisse quasi identisch zu denen in den Originalstudien. Mit einem größeren Toleranzkorridor kamen die Forschenden auf 57%. Schauten sie nur auf die allgemeine Richtung der Effekte, kamen die Forschenden auf bis zu 74% Übereinstimmung. Die Studie ist hier zu finden: Aczel et al., 2026.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Teilen von Forschungsdaten allein nicht genügt, um die Gedankengänge der Forschenden nachzuvollziehen. Zur umfänglichen Transparenz werden auch noch Analysecodes und Materialien benötigt, die sich mittels Forschungsrepositorien teilen lassen, schlussfolgern Korda und Brohmer, die auch in der Graz Open Science Initiative aktiv sind. Das Thema Reproduzierbarkeit der Forschung wird am 12. Juni auch zum Open Science Day aufgegriffen: Prof. Susann Fiedler von der Wirtschaftsuniversität Wien wird dazu eine Keynote halte. Das Event ist offen für alle Interessierten und bereits jetzt kann man sich für einen gratis Lunch-Bag anmelden.