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Montag, 14.10.2013

Panik vor der Prüfung

Wie Prüflinge den Stress vor Tests besser bewältigen und wie Lehrende die Angst reduzieren können, erforschen WissenschafterInnen der Uni Graz.

Wie Prüflinge den Stress vor Tests besser bewältigen und wie Lehrende die Angst reduzieren können, erforschen WissenschafterInnen der Uni Graz.

WissenschafterInnen der Uni Graz erforschen die Angst vor Tests und entwickeln Gegenstrategien

Ein Blick auf die Fragen, Herzrasen, Schweißausbruch – und alles Gelernte ist wie weggeblasen. „Befällt einen während eines Tests die Panik, kann man sich nicht mehr auf die gestellten Aufgaben konzentrieren“, weiß Univ.-Prof. Dr. Manuela Paechter vom Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz. In einem Kooperationsprojekt zwischen pädagogischer und biologischer Psychologie erforscht sie verschiedenste Facetten der Prüfungsangst und untersucht Strategien, die den Stress reduzieren. „Lehrende können etwa durch ein gezieltes Variieren von kniffligen und leichteren Prüfungsaufgaben den Druck verringern“, nennt die Expertin eine Möglichkeit, dass KandidatInnen nicht bereits am Anfang resignieren.
Zuviel des Lobs im Unterricht kann ebenfalls die nervliche Belastung erhöhen, haben die Grazer ForscherInnen herausgefunden. Klaffen nämlich Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinander, erhöht das die Anspannung, auch noch nach der Prüfung. „Das Selbstwertgefühl zu stärken, ist natürlich wichtig, aber das Feedback sollte trotzdem angemessen sein, um den SchülerInnen und Studierenden kein unrealistisches Selbstkonzept nahezulegen“, betont Paechter. Wie man Begabungen richtig einschätzt und Beurteilungen so formuliert, dass sie motivieren, müsse in der Ausbildung von Lehrkräften besser vermittelt werden. „Außerdem sollten die Kinder bereits in der Volksschule lernen, ihre eigenen Leistungen und die der KollegInnen richtig zu bewerten“, ergänzt die Psychologin.
Bei der Einschätzung der eigenen Fähigkeiten zeigen Studien deutliche Geschlechtsunterschiede, besonders in naturwissenschaftlichen Fächern. Hier tendieren Buben und Männer dazu, ihr Wissen überzubewerten, Mädchen und Frauen stellen hingegen ihr Licht tendenziell unter den Scheffel. Diese überkritische Selbstwahrnehmung hat allerdings auch ihre positiven Seiten, wie Ao.Univ.-Prof. Dr. Ilona Papousek festgestellt hat. Seit fünf Jahren erforscht die biologische Psychologin in einem interdisziplinären und internationalen Team die Rolle der Gefühle beim Lernen. Dabei hat sich gezeigt, dass gerade weibliche KandidatInnen die Angst anspornt: „Sie bewirkt ein effektiveres Lernverhalten“, so die Forscherin. Junge Männer neigen hingegen dazu, die Vorbereitung auf die Prüfung hinauszuzögern – eine wenig Erfolg versprechende Strategie.

Das Projekt ist Teil des gesamtuniversitären Forschungsschwerpunkts Lernen – Bildung – Wissen. Ein ausführlicher Bericht dazu findet sich in der aktuellen Ausgabe der Unizeit.

Erstellt von Dagmar Eklaude

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