Lebenslanges Lernen (LLL) ist ein zentrales Thema der Bildungspolitik. Aus bildungspsychologischer Sicht gibt es zwei Kerndeterminanten für erfolgreiches LLL auf individueller Ebene: (1) Anhaltende Wertschätzung von Bildung und Lernen sowie (2) diejenigen Kompetenzen, die für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Bildungsmotivation erforderlich sind, d.h. insbesondere die Kompetenzen zum Selbstregulierten Lernen. Der Schule als der zentralen Bildungsinstitution kommt dabei die Aufgabe zu, einen wichtigen Grundstein für Lernkompetenz, Bildungsmotivation und Interessenentwicklung zu legen, was ihr jedoch – wie internationale Studien zeigen – nur eingeschränkt gelingt.
Der Vortrag gibt einen Überblick über das Forschungsprogramm zum LLL an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien (Leitung: Christiane Spiel und Barbara Schober). Ausgehend von einer IST-Stand Analyse bei österreichischen SchülerInnen und Lehrpersonen wird ein vom Österreichischen Bildungsministerium finanziertes Trainingsprogramm (TALK) genauer vorgestellt, das am Arbeitsbereich Bildungspsychologie und Evaluation entwickelt, durchgeführt und umfassend evaluiert wurde. TALK wurde im Rahmen eines dreisemestrigen Fakultätslehrgangs für LehrerInnen von weiterführenden Schulen umgesetzt. Es stellt eine Kombination aus Individualweiterbildung und Schulentwicklung dar. Über weitere Projekte im Bereich LLL wird ein Überblick gegeben mit dem Fokus auf ökologisch valide Diagnostik von LLL Kompetenzen. Abschließend wird ein aktuelles Verbundprojekt, das den Fokus auf der Modellierung und Messung von Selbstreguliertem Lernen im Tertiären Bereich hat, kurz vorgestellt sowie ein niedrigschwelliger Ansatz zur large-scale Verbreitung von Förderempfehlungen.