Vortrag:"Forensisch-psychologische Begutachtungen"
Kriminalprognosen stellen den Versuch dar, Theorien auf konkrete Problemstellungen anzuwenden und dadurch zukünftige Ereignisse vorherzusehen. Es wird demnach versucht, eine wissenschaftlich fundierte Prognose über Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen strafbaren Handlung zu treffen, um so die Gefährlichkeit einer Person erheben zu können. Hierzu ist es notwendig eine sogenannte "Delikthypothese" zu erstellen und in ihrer Richtigkeit zu überprüfen. Auf Basis einzelner Risikofaktoren wird ein Konzept entwickelt, innerhalb dessen die Veränderbarkeit bzw. Therapiearbeit dieser Faktoren beurteilt wird, sodass eine konkrete Empfehlung an das Gericht abgegeben werden kann.
Die Qualität einer Gefährlichkeitseinschätzung wird von der Vorgangsweise und vor allem dem Fachwissen des Gutachters bestimmt. Anhand praktischer Beispiele werden die Anwendungsgebiete und Methoden der forensisch-psychologischen Begutachtung vorgestellt und ihre wichtigen Fehlerquellen analysiert.